Das Wichtigste in Kürze: Eine barrierefreie Webseite sorgt dafür, dass wirklich jede:r deine Kurse buchen kann – auch Menschen, die schlecht sehen, eine größere Schrift brauchen oder keine Maus nutzen. Gleichzeitig verbessert sie dein Google-Ranking und hilft dir bei den Anforderungen des Barrierefreiheitsstärkungsgesetzes (BFSG). Die technische Grundlage bringt kutego® schon mit. In diesem Artikel zeigen wir dir in 8 Schritten, wie du deine Inhalte zugänglich machst, plus Selbsttest und Checkliste.

Stell dir vor, eine Interessentin möchte sich für deinen Welpenkurs anmelden. Sie ist sehbehindert und lässt sich Webseiten von ihrem Smartphone vorlesen. Auf deiner Startseite hört sie: „Bild. Bild. Bild. Hier klicken.“ Sie weiß weder, was du anbietest, noch wohin der Link führt. Wahrscheinlich bucht sie dann woanders.Barrierefreiheit klingt nach Behördenwebseiten und komplizierter Technik. Tatsächlich geht es um etwas ganz Praktisches: Jede Person, die deine Kurse buchen möchte, soll das auch können. Egal ob sie schlecht sieht, eine größere Schrift braucht, keine Maus bedienen kann oder einfach mit dem Handy in der prallen Sonne steht.Hier erfährst du, warum sich Barrierefreiheit für dich lohnt, was kutego® schon für dich erledigt und wie du deine Webseite Schritt für Schritt zugänglicher machst.

Was bedeutet „barrierefrei“ eigentlich?

Eine Webseite ist barrierefrei, wenn alle Menschen sie nutzen können – unabhängig davon, wie sie sehen, hören, sich bewegen oder Informationen verarbeiten. Viele Nutzer:innen verwenden dafür Hilfsmittel:

  • Screenreader lesen Inhalte laut vor. Blinde und stark sehbehinderte Menschen „hören“ deine Webseite also, statt sie zu sehen.
  • Vergrößerungsfunktionen zoomen die Seite auf ein Vielfaches. Dann ist immer nur ein kleiner Ausschnitt sichtbar.
  • Tastatur statt Maus nutzen Menschen mit motorischen Einschränkungen, etwa nach einem Schlaganfall oder bei Zittern in den Händen.

Deine Webseite muss mit all diesen Wegen funktionieren. Klingt nach viel? Ist es nicht. Die meisten Punkte sind Gewohnheitssache.



Warum Barrierefreiheit dich direkt betrifft

Mehr Menschen, als du denkst

In Deutschland leben rund 7,8 Millionen Menschen mit einer Schwerbehinderung. Das ist fast jede zehnte Person. Rund ein Drittel davon ist 75 Jahre oder älter.

Und das ist nur die offizielle Zahl. Dazu kommen viele, die keinen Ausweis haben, aber im Alltag trotzdem Unterstützung brauchen:

  • Menschen, die eine Lesebrille brauchen oder nachlassende Sehkraft haben
  • Menschen mit Farbsehschwäche – etwa jeder zwölfte Mann kann Rot und Grün schlecht unterscheiden
  • Menschen mit vorübergehenden Einschränkungen, zum Beispiel mit gebrochenem Arm
  • Menschen, die Deutsch als Zweitsprache sprechen

Je älter deine Zielgruppe ist, desto größer wird dieser Anteil. Bietest du Reha-Sport, Seniorenkurse, Gesundheitskurse oder Erste-Hilfe-Schulungen an, ist Barrierefreiheit für dich kein Nice-to-have, sondern bares Geld.

Google liebt barrierefreie Seiten

Suchmaschinen „sehen“ deine Webseite ähnlich wie ein Screenreader. Sie können keine Bilder betrachten und keine Designs bewerten. Sie lesen Text und Struktur.

Klare Überschriften zeigen Google, worum es auf einer Seite geht. Beschreibende Alt-Texte machen deine Bilder in der Google-Bildersuche auffindbar. Und echter Text statt Grafiken liefert die Begriffe, nach denen deine Kund:innen suchen. Barrierefreiheit ist also immer auch Suchmaschinenoptimierung – du erledigst zwei Aufgaben auf einmal.

Es ist Gesetz – zumindest für viele

Seit dem 28. Juni 2025 gilt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG). Es setzt eine EU-Richtlinie um und verpflichtet Unternehmen, bestimmte Produkte und Dienstleistungen barrierefrei anzubieten. Dazu gehören auch Online-Angebote, über die Verbraucher:innen einen Vertrag abschließen können – also zum Beispiel eine Kursbuchung auf deiner Webseite.

Wer ist ausgenommen? Kleinstunternehmen, die Dienstleistungen anbieten, fallen nicht unter das Gesetz. Als Kleinstunternehmen gilt, wer weniger als 10 Personen beschäftigt und höchstens 2 Millionen Euro Jahresumsatz oder Jahresbilanzsumme hat. Viele Solo-Trainer:innen und kleine Kursanbieter sind damit raus. Größere Hundeschulen, Sportstudios oder Bildungsträger mit mehreren Angestellten dagegen oft nicht.

Was passiert bei Verstößen? Die Einhaltung wird von einer Marktüberwachungsbehörde der Länder kontrolliert. Bei Verstößen drohen Bußgelder von bis zu 100.000 Euro. Außerdem können Wettbewerber und Verbände abmahnen.

Was musst du zusätzlich tun, wenn das BFSG für dich gilt? Du musst erklären, wie dein Angebot die Anforderungen an die Barrierefreiheit erfüllt. Diese Informationen stellst du zum Beispiel in deinen AGB oder auf einer eigenen Seite bereit.

Ob das Gesetz für dich gilt, lässt du im Zweifel am besten rechtlich prüfen. Sinnvoll ist Barrierefreiheit aber für jedes Unternehmen – auch ohne Pflicht.

Es macht deine Seite für alle besser

Denk an abgesenkte Bordsteine: Gebaut für Rollstuhlfahrer:innen, genutzt von Eltern mit Kinderwagen, Reisenden mit Koffer und Radfahrer:innen. Genauso ist es im Netz. Gut lesbare Texte, klare Buttons und eine logische Struktur helfen jeder:m Besucher:in, schneller zu finden, was sie sucht. Und wer schneller findet, bucht eher.

Was kutego® dir schon abnimmt

Die gute Nachricht: Um die Technik musst du dich nicht kümmern. Die Grundlage bringt deine kutego®-Webseite bereits mit.

  • Tastaturbedienung: Webseite und Buchungstunnel lassen sich komplett ohne Maus bedienen – per Tab-Taste, Shift + Tab und Enter. Der aktive Bereich wird dabei sichtbar hervorgehoben, damit niemand die Orientierung verliert.
  • Screenreader-freundliche Struktur: Der technische Aufbau der Seiten ist so gestaltet, dass Vorleseprogramme die Inhalte gut erfassen können. Menüs, Formulare und Buttons werden korrekt erkannt.
  • Schriftgröße und Kontrast für Besucher:innen: Mit einem Klick aktivierst du eine Funktion, über die deine Besucher:innen die Darstellung an ihre Bedürfnisse anpassen können.

Den Rest, also deine Inhalte, gestaltest du selbst. Denn die beste Technik hilft nichts, wenn ein Bild keine Beschreibung hat oder ein Button nur „Mehr“ sagt. Genau hier bewirkst du mit wenig Aufwand viel.

Schritt für Schritt: So machst du deine Webseite barrierefrei

Schritt 1: Die barrierefreie Nutzung aktivieren

Gehe zu Webseite > Einstellungen und aktiviere im Reiter „Webseite“ den Schalter Barrierefreie Nutzung. Oben auf deiner Webseite erscheint dann ein Button mit dem Inklusionssymbol. Darüber können deine Besucher:innen die Schrift vergrößern und den Kontrast erhöhen.

Das hilft vor allem Menschen, die nicht wissen, wie sie ihren Browser selbst anpassen. Sie finden die Einstellung direkt auf deiner Seite, ohne Umweg.

Das dauert zehn Sekunden und ist der einfachste Schritt von allen.

Schritt 2: Allen wichtigen Bildern einen Alt-Text geben

Ein Alt-Text ist eine kurze Beschreibung dessen, was auf einem Bild zu sehen ist. Er ist auf der Seite unsichtbar, wird aber von Screenreadern vorgelesen und von Google ausgewertet. Fehlt er, hört die Nutzerin bestenfalls „Bild“ – schlimmstenfalls einen kryptischen Dateinamen wie „IMG_4711.jpg“.

Bilder auf deiner Webseite (Homepagebaukasten):

  1. Öffne die Seite im Bearbeitungsmodus und klicke auf das Bild.
  2. Klicke oben auf dem Bild auf das Ketten-Symbol.
  3. Trage deine Beschreibung im Feld „Titel“ ein und bestätige mit OK.
  4. Speichere die Seite oben links.

Keine Sorge: Der „Titel“ erscheint nicht als Überschrift auf deiner Seite. Er wird ausschließlich als Alt-Text ausgegeben.

Bilder in deinen Kursen:

Unter Kurs bearbeiten findest du den Reiter „Bilder“. Trage dort in der Spalte „Beschreibung“ neben jedem Bild deinen Alt-Text ein und speichere.

So schreibst du einen guten Alt-Text:

  • Konkret beschreiben: Statt „Hund“ besser „Junger Hund sitzt aufmerksam im Wohnzimmer“.
  • Den Zweck mitdenken: Frag dich, warum das Bild auf der Seite ist. Soll es zeigen, wie dein Kursraum aussieht? Dann beschreib den Raum: „Heller Yogaraum mit Holzboden und ausgerollten Matten“.
  • Text im Bild übernehmen: Steht auf dem Bild Text, etwa ein Banner mit deinen Leistungen, gehört genau dieser Text in den Alt-Text.
  • Kurz bleiben: Ein bis zwei Sätze reichen. Als Faustregel gelten etwa 125 Zeichen.
  • „Bild von …“ weglassen: Der Screenreader sagt ohnehin an, dass es ein Bild ist.
  • Dekoration nicht überbeschreiben: Rein dekorative Bilder ohne Aussage, etwa Muster oder Trennlinien, brauchen keine ausführliche Beschreibung.

Ein Vergleich aus dem Kursalltag:

  • Schlecht: „Foto“ oder „kurs1.jpg“
  • Besser: „Frauen beim Sport“
  • Gut: „Gruppe von Seniorinnen macht im Freien Dehnübungen mit einem Theraband“

Ein Zusatznutzen: Gute Alt-Texte enthalten fast automatisch die Begriffe, nach denen deine Kund:innen bei Google suchen.

Schritt 3: Deine Seiten mit Überschriften gliedern

Viele Screenreader-Nutzer:innen springen von Überschrift zu Überschrift – ähnlich wie du beim Überfliegen eines Textes. So verschaffen sie sich in Sekunden einen Überblick. Ohne Überschriften müssten sie sich die ganze Seite von oben nach unten anhören.

Deshalb gilt:

  • Jede Seite bekommt genau eine Hauptüberschrift, zum Beispiel „Welpenkurs in Köln“.
  • Darunter folgen Zwischenüberschriften in sinnvoller Reihenfolge, etwa „Was lernt dein Welpe?“, „Termine und Preise“, „So meldest du dich an“.
  • Ebenen werden nicht übersprungen. Auf eine Überschrift der zweiten Ebene folgt keine der vierten.

Nutze Überschriften nicht, weil sie groß und fett aussehen. Nutze sie, weil sie einen neuen Abschnitt einleiten. Möchtest du nur etwas hervorheben, ist fetter Text die bessere Wahl.

Schritt 4: Klar und verständlich schreiben

Kurze Sätze, vertraute Wörter, ein Gedanke pro Absatz. Davon profitieren Menschen mit Lernschwierigkeiten, Nicht-Muttersprachler:innen und eigentlich alle, die deine Seite schnell auf dem Handy lesen.

So gelingt es:

  • Fachbegriffe erklären: „Propriozeptives Training“ verstehen nicht alle. „Training für Gleichgewicht und Körpergefühl“ schon.
  • Aktiv schreiben: „Du lernst“ statt „Es wird vermittelt“.
  • Das Wichtigste zuerst: Was, wann, wo, wie teuer – diese Infos gehören nach oben.
  • Listen nutzen: Aufzählungen sind leichter zu erfassen als lange Absätze.

Ein Beispiel: Statt „Die Teilnahme an unserem Kursangebot setzt eine vorherige verbindliche Anmeldung voraus“ schreibst du einfach „Bitte melde dich vorher an“.

Schritt 5: Auf ausreichenden Kontrast achten

Hellgrauer Text auf weißem Hintergrund sieht vielleicht elegant aus, ist aber für viele Menschen kaum lesbar. Erst recht auf dem Smartphone bei Sonnenlicht.

Prüfe deine Layout-Farben über den schwarzen Pinsel in der Frontansicht deiner Webseite. Text sollte sich immer deutlich vom Hintergrund abheben, auch auf Buttons und farbigen Flächen.

Wie viel Kontrast ist genug? Die international anerkannten Richtlinien für barrierefreie Webinhalte (WCAG) empfehlen für normalen Text ein Kontrastverhältnis von mindestens 4,5 : 1, für große Schrift mindestens 3 : 1. Du musst das nicht im Kopf ausrechnen: Kostenlose Online-Tools wie der „Contrast Checker“ von WebAIM zeigen dir nach Eingabe deiner Farbcodes sofort, ob die Kombination passt.

Faustregel: Dunkler Text auf hellem Hintergrund oder heller Text auf dunklem Hintergrund funktioniert fast immer. Pastell auf Pastell fast nie.

Schritt 6: Farbe nie als einziges Signal nutzen

„Freie Plätze sind grün markiert, ausgebuchte rot“ – für Menschen mit Rot-Grün-Sehschwäche sehen beide Markierungen gleich aus. Ergänze Farben deshalb immer durch einen Text wie „Plätze frei“ und „Ausgebucht“ oder durch ein eindeutiges Symbol. Dann ist die Information für alle klar.

Schritt 7: Wichtige Infos als echten Text schreiben

Preise, Kurszeiten, Adressen oder Telefonnummern gehören als Text auf die Seite und nicht nur in eine Grafik oder ein Plakat-Bild. Text kann vergrößert, vorgelesen, kopiert und von Google gefunden werden. Ein Bild nicht.

Gerade Flyer und Instagram-Grafiken landen gern einfach als Bild auf der Webseite. Das ist als Blickfang in Ordnung – aber nur, wenn alle Infos daraus zusätzlich als Text auf der Seite stehen. Ein schöner Nebeneffekt: Wer deine Telefonnummer als Text sieht, kann sie auf dem Handy direkt antippen.

„Hier klicken“ oder „Mehr“ sagt niemandem, wohin es geht. Besonders nicht, wenn ein Screenreader alle Links einer Seite nacheinander vorliest. Dann hört die Nutzerin: „Mehr. Mehr. Mehr. Hier klicken.“ Und weiß genauso wenig wie vorher.

So geht es besser:

  • Statt „Hier klicken“: „Zum Welpenkurs anmelden“
  • Statt „Mehr“: „Alle Termine für Yoga anzeigen“
  • Statt „Download“: „Kursplan Herbst als PDF herunterladen“

Die Regel dahinter: Ein Link sollte auch ohne den Text drumherum verständlich sein.

Zusatztipp: Videos mit Untertiteln

Zeigst du auf deiner Webseite Videos, zum Beispiel eine Vorstellung deines Kursangebots? Dann ergänze Untertitel. Davon profitieren nicht nur gehörlose und schwerhörige Menschen, sondern auch alle, die Videos unterwegs ohne Ton schauen. Und das sind auf dem Smartphone die meisten.


Der 5-Minuten-Selbsttest

Du musst kein Profi sein, um deine Seite zu prüfen. Probier diese drei Tests aus – sie zeigen dir schnell, wo es hakt:

  • Maus weglegen: Navigiere nur mit der Tab-Taste durch deine Startseite und versuche, einen Kurs bis zur Buchung auszuwählen. Kommst du überall hin? Siehst du jederzeit, wo du gerade bist?
  • Reinzoomen: Vergrößere die Ansicht im Browser auf 200 % (Strg bzw. Cmd und Plus-Taste). Ist noch alles lesbar und bedienbar? Überlappen sich Texte oder verschwinden Buttons?
  • Vorlesen lassen: Schalte auf dem iPhone oder Mac VoiceOver ein (bzw. TalkBack auf Android oder NVDA auf Windows) und hör dir deine Startseite an. Werden deine Bilder sinnvoll beschrieben? Verstehst du, wohin die Links führen?

Tipp: Bitte zusätzlich jemanden aus deiner Zielgruppe, die Seite einmal auszuprobieren – etwa eine ältere Kundin. Echte Rückmeldungen sind oft wertvoller als jeder Test.

Deine Checkliste für eine barrierefreie Webseite

  • Barrierefreie Nutzung unter Webseite > Einstellungen aktiviert
  • Alle inhaltlich wichtigen Bilder auf der Webseite mit Alt-Text versehen
  • Kursbilder mit Beschreibung versehen
  • Jede Seite hat eine Hauptüberschrift und eine logische Gliederung
  • Texte sind kurz, klar und verständlich
  • Layout-Farben haben ausreichend Kontrast
  • Informationen werden nie nur über Farbe vermittelt
  • Preise, Termine und Kontaktdaten stehen als echter Text auf der Seite
  • Buttons und Links sagen, wohin sie führen
  • Videos haben Untertitel
  • Selbsttest mit Tastatur, Zoom und Screenreader gemacht

Fazit: Kleine Schritte, große Wirkung

Eine barrierefreie Webseite ist kein Großprojekt. Mit kutego® ist die Technik bereits vorbereitet, und die meisten Verbesserungen setzt du an einem Nachmittag um. Fang am besten mit deiner Startseite und deinen meistgebuchten Kursen an. Neue Inhalte gestaltest du ab jetzt einfach direkt barrierefrei – dann wird es schnell zur Routine.
So erreichst du mehr Menschen, wirst bei Google besser gefunden und zeigst deinen Kund:innen, dass bei dir wirklich alle willkommen sind.

Alle Details zu den Einstellungen findest du in unserem Handbuch im Bereich Webseite.
Und wenn du Fragen hast, ist unser Support gerne für dich da.